Carolin Nordmeyer, Dirigentin

Nach über 15 Jahren Festengagement als Kapellmeisterin an Opernhäusern suchte ich nach einem Ansatzpunkt, mein künftiges Berufsleben neu aufzustellen, ich suchte nach Möglichkeiten, meine musikalische Leidenschaft und Expertise neu zu fokussieren und die Gewichtung von Oper und „freien Projekten“ auszubalancieren. Ich suchte dringend nach Freiheiten, Neues zu lernen und „Verschüttetes“ zu reaktivieren. Ich suchte nach Wegen, mein Berufs- und mein Privatleben stimmiger in Einklang zu bringen.

Gefühle der Unfreiheit und des Ausgebrannt-Seins sekundierten den unbedingten Willen nach Veränderung. Eine äußerst blockierende Verbindung.
Liebe Miriam, Du musst jetzt ganz stark sein: es WAR Dein Satz, den ich aber weder in diesem Moment, noch in der Rückschau als unsensibel, sondern als entwaffnend ehrlich und wirklich erfrischend motivierend empfunden habe. Das Konzert in Weilburg war für mich tatsächlich der „Wendepunkt“, an dem sich längst Fälliges materialisiert und in den Vordergrund geschoben hat. Es war der Anstoß, das Heft selbst in die Hand zu nehmen. Du hast die Gedanken, die mir schon lange als unausgegorene Suppe durchs Hirn schwappten und ein schier unbezwingbarer Berg zu sein schienen, im besten Wortsinne „einfach“ ausgesprochen und dadurch als greif- und bewältigbare Aufgabe formuliert.

Ich wünschte und wünsche mir einen ehrlichen und wertschätzenden Umgang mit den zu bewältigenden Aufgaben. Eine Klarheit in der Analyse ebenso wie das Formulieren von Etappen und Zwischenzielen. Das Sortieren meiner Erfahrungen und Fähigkeiten war hier für mich ein wesentlicher Moment.
Besonders in der extrem exponierten Position der Dirigentin ist der Blick hinter die Fassade ein ganz wichtiger. Schwierigkeiten, Selbstzweifel, innere und äußere Stolpersteine wollen (als z.T. kunstimmanent!) gesehen und bearbeitet werden. Unbedingt erreichen wollte und will ich hier einen neutralen/positiven/optimistischen Blick. Außerdem wollte und will ich meine fehlende Erfahrung im Bereich Selbstmarketing (im Festengagement braucht man das halt nicht, alles läuft von selbst, der Freiraum fehlt allerdings auch völlig, aber das kann man sich auch über Jahre hinweg schönreden) aufbügeln.

Ich wünschte mir einen Werkzeugkoffer im Bereich Selbstmarketing, der mir bis dato vollkommen fehlte. Besonders wichtig war für mich aber der enorm positive Ansatz unserer Treffen, aus denen ich jedes Mal frisch, motiviert und 10cm gewachsen herausgegangen bin.
Ich habe Pro Podium bereits empfohlen 🙂 und werde es weiter tun. Vor allem an Musiker, die -ähnlich wie ich- an einer Weichenstellung interessiert sind, die das große Ganze spannend finden und ihren Weg darin suchen, die sensible Empfangsantennen haben, aber das offensive „Senden“ nicht in die Wiege gelegt bekommen haben.
Liebe Miriam, lieber Stephan, ich danke Euch sehr, sehr herzlich für Eure Impulse im letzten Jahr!

www.carolin-nordmeyer.com