Urheberrecht

Wie – was habe ich damit zu tun?

Das Urheberrecht berührt dich doch auf allen Seiten, an allen Ecken und beschäftigt dich in jeder Zeile!

Nichts für ungut – natürlich sind wir als Musiker intensiv mit dem Urheberrecht in Kontakt.

Wir begegnen dem Urheberrecht tagtäglich beim Üben (Noten), wir hören CDs, streamen Musik, gehen in Konzerte, wir geben Konzerte, schaffen selbst Musik – es gibt noch viele weitere Berührungen mit dem Urheberrecht!

Grundsätzlich bezeichnet das Urheberrecht das subjektive und absolute Recht auf den Schutz des geistigen Eigentums in materieller und ideeller Hinsicht (das sollte man zweimal lesen, weil es so schön und wichtig ist!)

Das Urheberrecht besteht, grob geschildert, aus 3 Teilen:

  1. Verwertungsrechte
  2. Nutzungsrechte
  3. Urheberpersönlichkeitsrechte

Das Verwertungsrecht liegt nur beim Urheber, er allein darf entscheiden, wann und in welcher Form veröffentlicht, vervielfältigt und verwertet wird.
Für uns gesprochen heißt das: Verlage, Plattenfirmen, Sendeanstalten und Privatpersonen bedürfen einer Genehmigung des Urhebers für die Nutzung seiner Werke in der Öffentlichkeit.

Beim Nutzungsrecht kann der Schöpfer sein Werk anderen überlassen. Verlage, Plattenfirmen, Sendeanstalten, Veranstalter und Privatpersonen können also Rechte erwerben, um z.B. Tonträger zu verkaufen, Musik in Konzerten zu spielen, oder Noten und Texte abzudrucken. (Beim Kauf einer CD erwirbt man beispielsweise automatisch ein Nutzungsrecht, um das Musikstück für den privaten Gebrauch unbegrenzt oft wiederzugeben).

Das Urheberpersönlichkeitsrecht regelt die persönliche Beziehung zwischen dem Urheber und seinem Werk, z.B. das Recht auf Namensnennung und den Schutz vor Entstellung des Werkes.

Übrigens erfolgt das Vorgehen gegen eine Urheberrechtsverletzung normalerweise durch eine Abmahnung, es wird die Unterlassung gefordert und ggf. ein Anspruch auf Schadensersatz erhoben.

Das deutsche Urheberrecht hat noch 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers Bestand (es geht also an seine Erben über), danach gilt es als gemeinfrei.

Jetzt können Schöpfungen und Werke also ohne Genehmigung oder finanzielle Entschädigung aufgeführt werden. Allerdings besteht weiter der Schutz für die Künstler und die Unternehmer, die die Rechte zur Verwertung besitzen (sog. Verwertungsgesellschaften, wie die GEMA oder GVL). Dazu später gerne mehr.

IMSLP (International Music Score Liberary Projekt)

Imslp.org kennt fast jeder Musiker – eine legale Plattform, die „die ganze Welt der gemeinfreien Musik teilt“. Sie wurde 2006 als virtuelle Bibliothek der gemeinfreien Musik geschaffen. Dort kann man (Achtung: Website folgt Kanadischem Urheberrecht, d.h. 50 Jahre nach Tod des Urhebers gemeinfrei) gemeinfrei Musik nutzen, herunterladen, kann eigene Kompositionen einstellen und die anderer ansehen, anhören oder herunterladen.

Wir freuen uns im Jahr 2019 auf Franz Lehárs (1870-1948) und besonders 2020 auf Richard Strauss‘ Werk (1864-1949)!

Jetzt noch kurz zur GEMA:

Die GEMA ist die Gesellschaft für musikalische Aufführungsrechte und mechanische Vervielfältigungsrechte. Sie schützt die Verwertung von Musikwerken, verhandelt Tarifverträge mit Rundfunkanstalten und kommerziellen Streaming-Anbietern im Internet.

Die GEMA schließt also Verträge mit den Nutzern von Musik, sie melden ihren Musikeinsatz bei der GEMA an und leisten eine Lizenzzahlung. Dieses Geld verteilt die GEMA als Lohn (Tantiemen) an ihre Mitglieder, übrigens weltweit ca. 2 Mio. EUR!

Die GEMA selbst ist ein Verein und macht keinen Gewinn, d.h. sie verteilt alle Gelder. So erhalten Kreative und Künstler gerechten Lohn für ihre Arbeit. So wird kreative Leistung wertgeschätzt als Resultat harter Arbeit!

Zur GVL wird es noch einen extra Impuls geben – auch dieses Thema ist wieder voller interessanter Aspekte…

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